Hallo ihr Lieben!
Viel zu lange ist es hier still gewesen, wofür ich mich aufrichtig entschuldigen möchte. Irgendwie war zuletzt wenig Zeit und Energie fürs Schreiben da, ich hoffe, dass sich das bald wieder ändern wird.
Ich hoffe euch geht es gut und ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Wie läufts?
Allgemein würde ich sagen, dass es mir seit einigen Monaten besser denn je geht. Ich hatte im November die Erkenntnis, dass der konstante Stress, den ich mir auf Arbeit gemacht habe, womöglich Schuld an meiner mangelnden Energie und schlechten körperlichen Verfassung war.
In den letzten Jahren habe ich verhältnismäßig oft den Job gewechselt und hatte jedes Mal das Gefühl, im neuen Beruf 200% geben zu müssen, um meinen Wert zu beweisen. Gerade als Frau in einer Männerbranche, muss ich sowieso häufig mehr aufs Gas treten, um nicht einfach hinten runterzufallen.
Doch irgendwann hat dieses konstante über dem eigenen Limit fahren, gepaart mit dem Stress, den ich mir zusätzlich im Sport und allgemein in meiner Freizeit gemacht habe, wohl dazu geführt, dass mein ganzes System kollabiert ist. Und jetzt mit etwas Abstand kann ich sagen, dass mich das ganz und gar nicht verwundert.
Bis vor kurzem habe ich nahezu mein komplettes Selbstwertgefühl aus meinem Job und meinen sportlichen Leistungen gezogen. Meine Karriere war es, die mich definiert hat und mein Job war der Ort, an dem ich am meisten Anerkennung bekommen habe. Doch was ist das für ein Leben, in dem der Beruf den höchsten Stellenwert einnimmt? Wenn die Grenzen zwischen einem selbst und dem Job derart verschwimmen, dass man sie irgendwann kaum noch erkennen konnte? Warum bin ich in meinen Augen nur so viel wert, wie ich auf Arbeitsebene leiste? Sieht so ein glückliches Leben aus?
Nachdem dieser Gedankenprozess in Gang gesetzt war, habe ich für mich eine Entscheidung getroffen: Es muss sich was ändern. Und zwar drastisch. Aber wie?
Ich muss zugeben, dass die Antwort auf diese Frage nicht ganz einfach ist. Begonnen habe ich den Prozess damit, meine Regelarbeitszeit endlich Mal genauer einzuhalten. Ich habe mir Blocker eingestellt, um pünktlich in den Feierabend gehen zu können und damit begonnen, mittags nach dem Essen einen „Mental-Health-Walk“ einzuführen. Zudem versuche ich, nicht mehr jedes Thema im Job direkt an mich zu reißen, auch wenn mir das teilweise extrem schwer fällt. Und das Wichtigste: Nach Feierabend, hat der Job in meinen Gedanken nichts mehr verloren. Auch das ist natürlich nichts, was man von heute auf morgen umsetzen kann. Doch nun, bald 3 Monate später, gelingt es es mir schon deutlich besser und der Abstand zwischen Freizeit und Arbeitsalltag vergrößert sich kontinuierlich. Mittlerweile wird mein privates Ich wieder mehr zu einem unabhänigen Sein neben der engagierten, zielstrebigen Person, die im Job immer ihr Bestes gibt. Und dieser Prozess zahlt sich aus!
Über die letzten Wochen konnte ich fast 5 kg abspecken und das ohne mir dauernd den Kopf darüber zu zerbrechen. Ich kann immer größere Distanzen laufen und hänge am nächsten Tag nicht komplett in den Seilen. Zudem habe ich im Alltag mehr Energie, die ich in private Projekte stecken kann. Ich fühle mich wieder wohler in meiner Haut und bin näher an meinem „wahren Ich“, als in den letzten 10 Jahren. Und langsam traue ich mich auch wieder raus und habe keine Angst, mich in meiner aktuellen Körperform zu zeigen. Auch das war etwas, mit dem ich lange gehadert habe. Ich hatte extrem Angst vor dem Gefühl, andere mit meinem Aussehen zu schockieren. Auch wenn es keiner ausspricht war mir klar, was viele sich insgeheim denken: „Du hast aber ganz schön zugenommen“. Das war sowieso etwas, was ich mir Tag für Tag vor dem Spiegel vorgehalten habe.
Wer mich kennt weiß, dass ich generell jemand bin, der sehr kritisch sich selbst gegenüber ist. Dinge, die ich anderen leicht verzeihen kann, oder mir vielleicht sogar nicht Mal auffallen, werfe ich mir ewig vor und zerbreche mir den Kopf deswegen. „Mag mich Person XY jetzt nicht mehr?“, „Gott war das peinlich.“, „Warum bin ich immer so komisch?“, „Was denkt er/sie jetzt wohl über mich?“ – Das alles sind Sätze, die mietfrei in meinem Kopf gewohnt haben. Doch einen Großteil davon konnte ich zum Glück endlich loslassen. Falls mich jemand wegen einer Kleinigkeit oder meines Gewichts nicht mehr leiden kann, dann soll es so sein und meine „komische Art“ scheinen doch viele an mir zu mögen. Vielleicht sind die Dinge, die ich an mir als Schwächen wahrnehme, ja vielleicht eigentlich meine Stärken oder zumindest das, was mich ausmacht. Zu der Erkenntnis kam ich über ein Hobby, dass ich nun zu einem Nebenjob gemacht habe. Ich werde das hier nicht genauer ausführen, aber die Menschen, die ich darüber kennengelernt habe, helfen mir wirklich dabei, mich selbst zu akzeptieren und im Umgang mit anderen entspannter zu werden.
Was heißt das jetzt in Zahlen und Fakten?
Für die Datennerds unter euch, gibt es hier nochmal eine kleine Übersicht der Laufkilometer und meiner Gewichtsentwicklung der letzten Monate. Natürlich reden wir hier noch nicht über massive Distanzen, aber es kehrt zum ersten Mal seit Monaten Konstanz ein, welche ich als gutes Zeichen werte.
Ich werde also weiter einfach auf das hören, was mein Körper mir sagt und mich nicht mehr von dem Eindruck leiten lassen, etwas tun zu müssen.
Schauen wir Mal, wohin mich diese Herangehensweise noch führt. Ich freue mich jetzt erstmal auf den Frühling und hoffe, diesen in vollen Zügen genießen zu können. ❤️
Danke fürs Lesen!

